Der Unternehmensberater ist eine Vertrauensperson des Unternehmers

Die Leitung eines erfolgreichen Unternehmens ist ein sehr umfangreicher Prozess. Man muss viel wissen und dieses Wissen auch umsetzen können. Da man in der Regel nicht alles wissen kann, werden verschiedene Bereiche ausgelagert. Häufig ist dies die Buchhaltung oder das Management. Während die Buchhaltung in der Regel einem Steuerberater obliegt, ist für das Management ein Unternehmensberater zuständig.

 

Unternehmensberater sind im günstigsten Falle studiere Wirtschaftsingenieure oder Betriebswirte. Sie kennen sich in der Wirtschaft aus und verfügen über theoretisches und praktisches Wissen im Management. Eine wesentliche Eigenschaft des Unternehmensberaters ist die Vertrauenswürdigkeit. Er ist eng in den Produktionsprozess des Unternehmens eingebunden und sozusagen eine Vertrauensperson des Unternehmers. Daher ist er zu strenger Geheimhaltung verpflichtet. Ihm kommen Dinge zu Ohren und Augen, die nicht für die Öffentlichkeit und schon gar nicht für die Konkurrenz bestimmt sind. Deshalb ist Verschwiegenheit das oberste Gebot des Unternehmensberaters.

 

Weiterhin muss er unabhängig sein. Diese Unabhängigkeit stellt in Deutschland manchmal ein regelrechtes Problem dar. Weil die Berufsbezeichnung Unternehmensberater nicht geschützt ist, können sich auch Personen aus anderen Berufsgruppen so nennen. So können diese Personen in Abhängigkeit anderer Vertragspartner stehen. Versicherungsgesellschaften sind hier ein gutes Beispiel. Sie beschäftigen ebenfalls Hochschulabsolventen, die als Unternehmensberater tätig sein können. Das führt dazu, dass beim Abschluss von notwendigen Versicherungen oder Finanzierungen dem ratsuchenden Unternehmer nur Angebote einer bestimmten Gesellschaft präsentiert werden. Das ist von einer unabhängigen Beratung weit entfernt.

 

Die ungeschützte Berufsbezeichnung hinterlässt außerdem bei der Kompetenz und der Objektivität ihre Spuren. Mangelnde Kompetenz kann etwa durch ein fehlendes Studium begründet sein. Bei fehlender Objektivität liegen oft die oben bereits ausführlich erläuterten Gründe vor. Einen Unternehmensberater zu finden, ist deshalb manchmal gar nicht leicht. Eine gute Adresse ist in dieser Beziehung der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e. V. Hier kann man sich geeignete Unternehmensberater nennen lassen. Zudem sollte man sich Nachweise und Qualifikationen vorlegen lassen.

Der Umsatz der Unternehmensberatungen hat sich in den letzten Jahren mehr als verdoppelt

Unternehmensberatungen gehören dem Dienstleistungssektor an. Sie befassen sich mit dem Management in Unternehmen. Dieses Aufgabengebiet wird zunehmend ausgelagert, da die Unternehmen selbst derart unter Zeitdruck bei der Produktion stehen, dass diese die gesamte, zur Verfügung stehende Zeit in Anspruch nimmt.

 

Der Bedarf an derartigen Beratungsleistungen wurde bereits im vorletzten Jahrhundert erkannt. 1886 gründete Arthur D. Little sein gleichnamiges Unternehmen. Er war MIT-Professor und der Grund für den Aufbau des Unternehmens waren akademische Studien, die die Etablierung des Managements als Ziel hatten. Das Unternehmen Arthur D. Little war auf technologische Forschung spezialisiert. Später wurde es dann in eine allgemeine Beratungsfirma umgewandelt.

 

Schon bald folgten weitere Unternehmen in diesem Bereich. 1914 etwa entstand eine Beratungsfirma für Regierungsstellen und Privatunternehmen, welche den Namen Booz & Company trug und dessen Inhaber Edwin G. Booz war. 1926 wurde beispielsweise McKinsey & Company gegründet. Dieses Unternehmen ist heute unter dem Namen McKinsey & Company Inc. Deutschland Marktführer hierzulande.

Seit 1964 ist es in Deutschland ansässig. Ein rein deutsches und nicht minder erfolgreiches Unternehmen unter den in Deutschland zu findenden Unternehmensberatungen ist die Roland Berger Strategy Consultants GmbH. Sie besteht seit 1967.

 

Die vorgenannten Unternehmensberatungen kommen sicher nicht für jedermann infrage. Schließlich sind auch die Aufgaben im Management häufig sehr speziell. Ein kleines regionales Unternehmen hat wohl kaum den Beratungsbedarf wie ein Weltkonzern. Darum gibt es ebenfalls kleine Unternehmensberatungen und sogar Ein-Mann-Betriebe. Die Größe einer Unternehmensberatung sagt im Übrigen nichts über das Können aus. Im Gegenteil, eine kleine Firma, die nur aus dem Firmeninhaber besteht, kann durchaus mehr erreichen als eine GmbH, in welcher mehrere Unternehmensberater zusammen tätig sind. Immerhin kommt es auf die fundierte Ausbildung und Berufserfahrung an. Da der Beruf Unternehmensberater in Deutschland nicht geschützt ist, hat man nur schlecht die Möglichkeit, gute von schlechten Unternehmensberatungen zu unterscheiden. Auf der sicheren Seite ist man bei der Suche über den Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e. V.